weine nicht ſo bitter. Gott wird über Dich wachen; er wird Dich in Deinem neuen Stande glücklich wer⸗ den laſſen.“
„Was ſoll das bedeuten, Julia?“ rief mit auf⸗ ſteigender Wuth ihr Mann, welcher glaubte, ſie be⸗ ſtärke Hermine in ihrer Widerſpenſtigkeit.„Sprich mit lauter Stimme! Ich hoffe, Du wirſt Dich wohl hüten, Deiner Tochter einen ſchlechten Rath zu geben?“
„Aber aus Barmherzigkeit, Bonifaz, laß ihr Zeit, ſich zu beruhigen. Sei nicht ſo gefühllos gegen ein armes, unſchuldiges Kind!“ flehte die Mutter.„Gibt es denn kein Mittel, um dieſe Heirath hinauszu⸗ ſchieben?“
„Was? Hinausſchieben?“ ſpottete der zornige Mann.„Du willſt mich böſe machen? Wohlan, ich ſage, Hermine ſoll ſich unterwerfen, gutwillig unter⸗ werfen, ſonſt ſollt Ihr beide erfahren, daß Nichts in meinem Hauſe mir zu widerſtehen vermag, das ich nicht im Augenblick mit Gewalt biege oder breche! Und gib wohl Acht, Julia, wenn ich noch länger mich über den Ungehorſam meiner Tochter erzürnen muß, ſo werde ich mit Recht die Schuld davon auf Dich wälzen. Sei verſichert, Du wirſt es zu bekla⸗ gen haben!“
Erſchrocken über die Drohungen, welche gegen ihre Mutter ausgeſtoßen wurden, ſprang das Mädchen in die Höhe, flog ihrem Vater an den Hals und rief, während ſie ihre Thränen an ſeiner Bruſt trock⸗ nete:
„O, Vater, ſei nicht böſe gegen meine Mutter. Ich werde mich unterwerfen. Ich glaube, Du meinſt es gut mit Deinem Kinde. Vergebung, ich habe Un⸗
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