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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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länger warte, um ſie Dir mitzutheilen und Dich da⸗ mit zu erfreuen. Du biſt nun in die Jahre des Verſtandes gekommen, und da Dein Naturell nicht daran denken läßt, daß Du ledig zu bleiben wünſcheſt, ſo iſt es Pflicht Deiner Eltern, an eine geziemende Partie für Dich zu denken.“

„Aber, Vater, Du erſchreckſt mich,“ ſtammelte das Mädchen,„ich bin...“

„Laß mich fortfahren und fall' mir nicht in die Rede!“ unterbrach ſie ihr Vater in kurzem Ton. „Urtheile nicht vorſchnell. Du wirſt erfreut ſein, ſage ich Dir, ſobald Du erfährſt, was ich für Dich gethan habe. Für diſtinguirte Leute iſt es Geſetz, aus allen Kräften darnach zu trachten, das Anſehen und Vermögen ihrer Familie zu vergrößern, und wer ſich nicht gutwillig dieſem Geſetz unterwirft, iſt thö⸗ richt und unbeſonnen. Aber Du, Hermine, haſt ſicher nicht zu klagen, denn der Mann, welchen Du hei⸗ rathen wirſt...“

„Heirathen? Ich heirathen?“ rief das zitternde Mädchen.„Ach, Vater, ich bin viel zu jung!“

„Du biſt alt genug, mein Kind.“

„Aber ich will Euch nicht verlaſſen; ich will bei meiner guten Mutter bleiben.“

Bonifacius Romys faßte die zitternde Hand ſei⸗ ner Tochter und ſprach mit freudiger Begeiſterung:

„Ungeduldiges Kind, höre und urtheile über das Glück, welches Deiner wartet. Dein Bräutigam iſt ein Mann, deſſen Vermögen ſich wohl auf viermal hunderttauſend Francs beläuft; er trägt einen der achtbarſten Namen von Darlingen! Es iſt Franz Pottewal, der Getreidehändler von Wandelveſt.“