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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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und ſie erhob den Blick mit einem tiefen Seufzer

zum Himmel.

„Ja, bitte Gott, meine arme Hermine,“ ſprach ſie,„denn ſchon heute vielleicht...“ Aber Thereſe warf ihrer Mutter einen drohenden Blick zu und be⸗ wirkte damit, daß deren Klage ihr auf den Lippen erſtarb.

„Was iſt das, liebe Mutter, was willſt Du ſagen?“ fragte Hermina.„Du ſcheinſt erſchrocken?“

„Nein, mein Kind, es iſt Nichts,“ war die ruhige Antwort.

Die Hausglocke wurde zweimal angezogen.

„Da iſt der Vater!“ rief Thereſe mit triumphi⸗ rendem Lächeln.„Ich bin neugierig, zu erfahren, was er über die ſchändliche Geldverſchwendung von Onkel Jan ſagen wird.“

„Ach, da iſt mein Vater!“ wiederholte Hermina, indem ſie eilig die Treppe hinabſprang.

Ihre Stimme erklang durch das Haus; man hörte ſie rufen:

„Vater, lieber Vater, hier iſt Deine Hermina! Guten Tag, guten Tag!“

Noch als ſie beide in das Zimmer traten, hielt das Mädchen den Arm um ihres Vaters Hals ge⸗ ſchlungen, und er ſagte halb freundlich, halb unge⸗ duldig zu ihr:

„Nun, nun, es iſt gut. Laß ab, um Gottes⸗ willen, mit all dieſen Umarmungen. Möchte man nicht ſagen, Du ſeieſt aus Amerika zurückgekehrt! Wie Du nun wieder gekleidet biſt! Gerade wie eine Brüſſeler Modepuppe. Nun, nun, ſprechen wir jetzt nicht davon. Ich brauche mich nicht länger damit