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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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„Komm', Mutter, ich werde Dich ermüden; laß uns hinauf gehen. Die gute Sophie ſoll die zwei vier⸗ eckigen Schachteln bringen; ich will Dir und meiner Schweſter die Geſchenke von Onkel Jan zur Hand ſtellen.“

Einen Augenblick nachdem man in den obern Stock gelangt und in das Zimmer getreten war, brachte die Magd die zwei verlangten Schachteln. Hermina öffnete eine davon, nahm ein paar Gegen⸗ ſtände heraus und ſagte:

„Sieh', Mutter, das iſt für Dich: eine ſchöne Spitzenhaube aus dem reichſten Magazin der Mag⸗ dalenenſtraße. Ein prächtiges Stück! Und noch ein Kopfputz von ſchwarzem und rothem Sammet, den Du tragen kannſt, wenn wir einmal Abends Beſuch empfangen, oder in Geſellſchaft gehen. Der Kopf⸗ putz iſt von Onkel Jan, und die Haube von Tante Marie. Sie wünſchen, daß ihr Geſchenk Deinen Beifall finde, und laſſen Dir Alles Freundliche und Liebevolle ſagen. Sei doch fröhlich, Mutter, Du wirſt mich wahrhaftig denken laſſen, daß Du Kum⸗ mer haſt.“

„O, mein gutes Kind, ich bin ſo glücklich, nur daß ich Dich ſehe und höre!“ antwortete die Frau. „Ich bin höchſt zufrieden mit den ſchönen Geſchenken meines Bruders und meiner Schweſter.“

„Jetzt kommt die Reihe an Dich, Thereſe!“ rief das Mädchen, einen andern Gegenſtand aus der Schachtel nehmend und vor ihr entfaltend.„Was ſagſt Du davon? Eine ſeidene Mantille von grünem Grunde mit goldenem Widerſchein, mit Einfaſſung von ächten Spitzen, eine Arbeit nach der neueſten