Blumen, mit meinen Goldfiſchen und meinen Vögeln? Ich bin ungeduldig, ſie zu ſehen. Hat man ſie wohl verſorgt, Schweſter? Leben ſie noch alle?“
„Was weiß ich davon?“ brummte Thereſe.„Ich habe mich mit ſolchen Kindereien nicht abgegeben.“
„Sei deßhalb unbekümmert, Hermine,“ ſagte die Mutter.„Sophie hat dafür geſorgt, wie eine Mutter für ihre Kinder.“
„Dank, Dank, Sophie!“ rief das Mädchen.„Ich habe auch Etwas für Dich mitgebracht, weil Du ſo gut gegen mich biſt. Laß uns nun in den Garten gehen, Mutter. Was müſſen die Jungen von mei⸗ nen Turteltauben groß geworden ſein!“
Sie lief voraus in den Gang. Ehe man ihr folgen konnte, war ſie bereits gleich einem flinken Reh in den geräumigen Garten hineingeſprungen und hüpfte nun unter Ausrufen der Freude und Verwun⸗ derung auf den Pfaden dahin, um ihre Blumen und die Thierchen, welche ihr ſo lieb waren, zu ſehen und zu begrüßen..
Hermine war ein ſchönes, herrliches Mädchen, mit weichen blonden Haarlocken und blauen Augen. Sie war von minder hohem Wuchſe, als ihre Schwe⸗ ſter Thereſe, und äußerſt fein und graziös von Glie⸗ dern. Auf ihren Wangen prangte die ſüße Blüthe der Jugend und Geſundheit; in ihrem offenen Blicke
erglänzten Hoffnung, Muth, Freude, die Perlen des Lebens. Ihre Kleidung ſtimmte zu ihren ſiebzehn Jahren: einfache und gefällige leichte Stoffe und helle Farben, worin das Roth der Roſen leuchtend mit dem Weiß der Lilien gepaart war. Ein Shawl von durchſichtigen Spitzen hing ihr uͤber die Schul⸗
Papo weiße kann Mutt welch ſein. ebenf Mutt 1 einige
daß ſ
2


