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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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zu vermindern. Ich würde mich um den Verluſt meines Lohnes nicht ſo ſehr betrüben, Frau, Sie wiſſen es wohl; aber was ſoll ich anfangen, o Him⸗ mel, um inzwiſchen den Unterhalt meiner armen blin⸗ den Schweſter zu bezahlen?“

Die Frau ſchüttelte mitleidig den Kopf; doch ant⸗ wortete ſie nur durch eine Klage.

„Arme Sophie, Du biſt recht unglücklich!“ mur⸗ melte ſie.

„Meines Bleibens wird hier nicht mehr lange ſein, Frau,“ fuhr die Magd fort.„Seit meinem letzten Unwohlſein ſind meine Kräfte ſehr geſchwächt; ich werde alt und gebrechlich, der Herr bemerkt es.. Gottes Wille geſchehe mit mir! er wird ſo barmher⸗ zig ſein, um die alte Sophie vor Krankheit zu be⸗ wahren. Vielleicht werde ich mit Arbeiten auf dem Lande noch einige Jahre das Brod für mich und meine Schweſter verdienen können; bisweilen kommt mir nun der Gedanke, ob ich nicht beſſer daran thäte, gleich meinen Dienſt aufzukünden.“

„Du könnteſt uns verlaſſen, Sophie?“ ſeufzte die Frau.„Ich bitte Dich, denke nicht daran. Hermina würde Deinen Verluſt ſo herzlich bedauern... und ich, Sophie?“

„Ich weiß es wohl, Frau. Hermina iſt liebevoll und edelmüthig gegen mich; und hinge es von Ihnen allein ab, ich würde den Himmel nur dafür zu ſeg⸗ nen haben, daß er mir eine ſo gute Herrſchaft ge⸗ geben hat. Auch werde ich, wenn ich dies Haus verlaſſen muß, noch oft mit Thränen in den Augen an das theure Kind gedenken, welches ich auf den