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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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ſchloſſen und es ſoll geſchehen. Franz Pottewal, der reiche Getreidehändler, wird Dein Schwager.“

„Man hat mich alſo ſeit meiner Kindheit un⸗ würdig betrogen?“ rief Thereſe mit bebenden Lippen, während ſie nichts weniger als ehrerbietig ihrem Vater in die Augen ſchaute.„Wie? man läßt mich ledig bleiben, damit das Vermögen der Familie nicht getheilt werde, und nun, da es vielleicht zu ſpät für mich geworden iſt, denkt man für meine Schweſter an eine glänzende Hochzeit?“

„Aber laß mich Dir doch begreiflich machen...“

„Begreiflich machen? Ich begreife es nur zu wohl,“ fuhr Thereſe mit geſteigertem Unwillen fort. „Wenn ich ſterbe, ſoll Hermina das ganze Vermögen der Familie erhalten; und ſtirbt ſie, ſo bekomme ich Nichts von ihrem Theil. So beſtiehlt man die arme Thereſe. Für Hermina Alles, für mich, die Ver⸗ ſtoßene, Nichts!“

„Biſt Du endlich fertig?“ fuhr ſie Romys an. „Du ſchwatzeſt wie eine Elſter, ohne zu wiſſen, was Du ſagſt. Höre zu, und Du wirſt erkennen, daß für Dich mehr als ein Vortheil bei dieſer Heirath heraus⸗ kommt: Jedermann kann ſterben. Wenn es nun ein⸗ mal geſchähe, daß Herr Pottewal und Deine Schweſter keine Kinder bekämen, und daß beide vor Dir aus dieſer Welt abſcheiden müßten, weißt Du, unbeſonne⸗ nes Mädchen, wie reich Du dann ſein würdeſt? Du würdeſt einzig und allein unſer Vermögen, das Ver⸗ mögen von Onkel Jan und das der Pottewals be⸗ ſitzen: zuſammen eine Million, viel mehr als eine Million!“

Die Ankündigung der Möglichkeit, einmal ſo aus⸗