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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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zu kennen. Sind wir unglücklich, und iſt das ein Hinderniß unſeres Wohlbefindens und der Vermeh⸗ rung unſerer Güter geweſen? Liebe? Geh' mir damit auf den Markt, um Butter zu kaufen). Was iſt die Che für diſtinguirte Leute anders, als eine Vereinigung des Vermögens, und ein Mittel zur Vergrößerung des Anſehens der Familie? Herr Pottewal verſteht es gleichfalls ſo. Er will heirathen, um eine Hausfrau zu haben; damit Jemand Acht geben kann, was bei ihm geſchieht, wenn er ſeiner Handelsgeſchäfte wegen auf der Reiſe iſt. Er hatte einen alten Oberknecht, auf den er wie auf ſich ſelbſt bauen konnte. Dieſer Oberknecht iſt vor drei Mo⸗ naten geſtorben. Jetzt iſt Pottewal allein. Er hat mir ſeine Noth geklagt, und ich habe ihm dann be⸗ greiflich gemacht, daß eine Verbindung zwiſchen unſern beiden Familien eben ſowohl für ihn, als für uns keine ſchlechte Sache ſein würde.

Ach, ach, Herr Pottewal hat eine Magd nöthig, und Du gibſt ihm Dein Kind! klagte die erſchrockene Mutter mit ſchwacher Stimme und ſich die Hände vor die Augen haltend.

Wie, eine Magd? ſchnaubte Bonifacius.Biſt Du denn meine Magd? Ich weiß wohl, was Du in dem Kopf haſt: es iſt ſowohl Dein, als Onkel Jan's und Tante Mariens Wunſch, Hermina den erſten beſten jungen Springinsfeld von Brüſſel, der ſich darbietet, heirathen zu laſſen. Und ich will es

*) Ein Sprichwort, das den Sinn haben mag: Verſchone mich mit ſo unnützen Redensarten. 4 1 . d. U.