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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Die Frau ſchaute ihn ſprachlos und mit ergebe⸗ nem Blicke an.

Die Sache iſt folgende, fuhr er fort.Unſer Vermögen mag ſich jetzt wohl auf ungefähr fünfmal hunderttauſend Francs belaufen, denn die Güter ſind anſehnlich im Preiſe geſtiegen. Füge dazu, daß wenn Onkel Jan und Tante Marie mit Tod ab⸗ gehen, von da noch mehr als zweihundert fünfzig⸗ tauſend Francs an unſere Familie kommen werden. Ich hatte gedacht und gehofft, daß unſere beiden Kinder unverheirathet bleiben würden. In dieſem Fall würde unſer Vermögen nicht getheilt worden ſein; und ſo wir das Glück gehabt hätten, Deinen Bruder und Deine Schweſter zu überleben, wäre es uns in unſern alten Tagen gegönnt geweſen, über ein Beſitzthum von achtmal hunderttauſend Francs zu verfügen. Es gibt nur wenige Leute in Dar⸗ lingen, welche in ſolchem Fall ſich über die Romys hätten erheben dürfen. Dieß war lang meine Hoff⸗ nung und mein Ziel. Unſerer Thereſe war ich ſicher; ſie iſt ein verſtändiges Mädchen und begreift das Intereſſe der Familie ganz gut. Sie wird niemals ſich verheirathen, ſie haßt den Cheſtand und iſt von der Welt abgekehrt.

Es ſcheint ſo, aber im Grunde iſt es vielleicht anders, murmelte die Frau.

Bah, Du weißt nicht, was Du ſagſt, Julia. Hat Thereſe ein einziges Mal einige Neigung zur Che gezeigt? Was unſere Hermine betrifft, da iſt es ganz etwas Anderes. Ich bin ſchon ſeit geraumer Zeit zu der Ueberzeugung gelangt, daß man ſie von der Ehe nicht abhalten darf, beſonders da Onkel Jan