„Nein, Bonifaz, Du wirſt ſie nicht fortſchicken,“ ſagte die Frau in furchtſamem Tone.
„Nicht fortſchicken?“ rief er.„Sollteſt Du viel⸗ leicht Dich widerſetzen? Ah, das wollte ich doch einmal ſehen!“
„Der Vater hat Recht,“ beſtätigte Thereſe.„Sophie iſt faſt zu gar Nichts mehr zu gebrauchen; ſie thut Alles verkehrt und außerdem verderbt ſie meine Schweſter. Es iſt Zeit, daß ſie das Haus verläßt.“
„Nun denn, wenn es ſein muß, ſo thue nach Deinem Willen, Bonifaz,“ feufzte die Frau, während ſie muthlos das Haupt auf die Bruſt ſinken ließ.
Dieſe Unterwerfung ſchien den Mann einiger⸗ maßen zur Ruhe zu bringen; er wandte ſich zu ſei⸗ ner Tochter und gebot ihr:
„Geh' in die Küche, Thereſe, und bleibe dort eine Weile: ich habe mit Deiner Mutter von ernſten Dingen zu ſprechen. Du ſollſt ebenfalls bald von der Sache hören.“
Das Fräulein verließ das Zimmer.
Einen Stuhl nehmend, ſagte Herr Bonifacius Romys zu ſeiner Frau:
„Setze Dich, Julia; ich will Dir eine wichtige Mittheilung machen; nicht um Deine Geſinnung darüber kennen zu lernen, oder Deinen Rath einzu⸗ holen, denn ich ſehe voraus, daß Du nach Deiner Gewohnheit ganz anders davon denken wirſt, als ich. Es iſt nur, weil dergleichen Dinge nicht ohne Dein Wiſſen, und ſelbſt nicht ohne Deine Zuſtimmung geſchehen können. Du verſtehſt wenig von dem, was nöthig iſt, um unſere Familie in der Welt zu er⸗ heben— und überdieß iſt mein Wille hier Geſetz.“
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