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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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Ach! Die armen Kleinen! Was können ſie dafür? ſeufzte das Fräulein, beinahe entrüſtet.

Schweig'! Es wäre beſſer, Du gingeſt in die Küche, um zu ſehen, wie man dort auf greuliche Weiſe unſer Geld verſchleudert! Ich komme nach Hauſe, müde und abgeſpannt vom Marſche und von Sorgen... und überraſche die Magd mit einem Halbpfund Brod in der Hand, worauf ſie wohl einen Vierling Butter geſtrichen hat. Sie ſchält Kartoffeln: die Schelfen ſind wohl ſo dick wie ein Stüber!

Die alte Frau wollte eine Erklärung wagen; aber ihr Ehegatte ſtampfte ungeduldig auf den Fußboden und ſchrie:

Schweig', wenn ich ſprechen will. Wie? Ich ſoll vom Morgen bis zum Abend mir den Kopf zer⸗ brechen und mich abmühen, um die Mittel zur Ver⸗ mehrung unſeres Einkommens zu finden? Ich ſoll meine Kraft erſchöpfen, um Euch ein ſchönes Erbtheil zu hinterlaſſen und unſere Familie über andere zu erheben? Und Ihr ſollt hier in Nichtsthun und Müſſiggang Alles nur zu Grunde gehen und ver⸗ ſchlingen laſſen? Die faule Magd muß fort von hier. Ich habe es ſchon lange genug beſchloſſen. Noch heute werde ich ihr den Dienſt aufkünden.

Aber, Bonifaz, bemerkte die Frau,die arme Sophie dient uns nun getreulich ſeit zwanzig Jah⸗ ren. Sie wird alt und gebrechlich; ſie wird keinen andern Dienſt mehr finden..

Was geht uns das an? ſchnaubte der grim⸗ mige Mann.Ich habe ſie gedungen, damit ſie ihren Dienſt nach Gebuͤhr thue; wird ſie dazu unbrauchbar, dann mag ſie ſehen, wie ſie zu ihrem Unterhalt kommt. 2