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zwang jedoch ihre Erregung und ſprach in ruhigem, tiefem Ton:
„Madame Kwas? Ach, es kann wohl geſchehen, daß in Darlingen ſelbſt ein Engel des Herrn der übeln Nachrede der Leute nicht entginge; aber The⸗ reſe, meinſt Du denn, die Schlange vermöge, auch wenn ſie all ihr Gift auf die Lilie ausſpeit, den Glanz der weißen Blume zu verdunkeln?“
„Bah, ſolche hochtrabenden Worte ſind keine Gründe, Mutter,“ antwortete das Fräulein mit einem leichten, ſpöttiſchen Lacheln.„Es handelt ſich nicht darum, daß man weiß, ob meine Schweſter Uebles thut oder Uebles denkt; wornach man trachten muß, iſt das, der Welt keine Urſache zur Mißbilligung oder Rüge zu geben; und in dieſer Hinſicht iſt das Betragen meiner Schweſter ſehr tadelnswerth.“
„Aber, Thereſe, ſei doch ein Bischen nachſichtig gegen die arme Hermine; ſie iſt noch ein Kind.“
„Ein Mdchen von ſiebzehn Jahren ein Kind? Es iſt hohe Zeit, daß man ihr, ſelbſt mit Gewalt, wenn es nöthig iſt, das Gefühl der Schicklichkeit einpräge und ihr begreiflich mache, was ſie dem guten Namen unſerer Familie ſchuldig iſt. Onkel Jan iſt die Urſache davon, daß meine Schweſter ſo weltlich und ſo luftig geworden. Auch werde ich dem Vater zureden, daß er ſie das nächſte Jahr nicht mehr auf ſo lange Zeit nach Schärbeek gehen läßt. Scharbeek liegt allzu nahe bei Brüſſel, und ſie kann dort Nichts, als ſchlechte Vorbilder ſinden. Wenn Du, Mutter, aus Verblendung Deiner Pflichten vergiſſeſt, ſo werde ich über den Ruf meiner Schweſter und über die Ehre unſerer Familie wachen.“
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