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Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
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es hier traurig und langweilig ſei, ſobald meine Schweſter Hermine, Dein verzogenes Kind, aus dem Hauſe gehe.

Die Frau begann wieder zu ſtricken; das Fräu⸗ lein beugte mit einem Ausdruck zorniger Ungeduld den Kopf über ihre Näharbeit.

Es blieb wieder eine geraume Zeit ſtill in dem Zimmer. Endlich fragte die alte Frau:

Thereſe, hat die Magd jetzt Alles in Hermina's Schlafzimmer in Ordnung gebracht? Sie kommt wohl ſicherlich morgen von Scherbeek zurück.

dch glaube ja, antwortete das Ir ulein.Es iſt meine Sache nicht. Hermine wird wieder mit einer ganzen Ladung Pomadet pfe und Riechfla ſch⸗ chen, mit neuen Hüten, mit Kleiderſchachteln, Bon⸗ dern, Büchern, Noten und andern launenhaften Lap⸗ palien mehr anlangen. Was hilft das Einrichten ihres Zimmers, wenn ſie es ſogleich zu einem un⸗ ordentlichen Magazin umſchafft? Onkel Jan, der, unter uns geſagt, nicht viel Einſicht von dem hat, was ſich für ein junges Madchen ſchickt, wird meine Schweſter noch eitler gemacht haben als ſie bereits war. Gott weiß, wie viel Geld er wieder verſchwen⸗ det haben wird, um Hermine mit werthloſen Ge⸗ ſchenken zu überladen! Sein Vermögen gehort mir doch ebenſo gut, wie meiner Schweſter; denn wir müſſen beide gleich viel von ihm erben. Was er für Hermine verthut, iſt mir unrechtmäßig ge⸗ raubt.

Thereſe, mein Kind, wie kannſt Du doch ſo ver⸗ drießlich ſein? ſeufzte die Tame tadelnd.Seit ſechs Wochen haſt Du Deine Schweſter nicht geſehen;

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