Druckschrift 
Die Bürger von Darlingen : Sittengemälde in zwei Abschnitten / von Hendrik Conscience. Aus dem Fläm. von Dr. C. Büchele
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

begann ſie daran fortzunähen. Sie lächelte ſonder⸗ bar und ſchüttelte in Gedanken mißbilligend den Kopf.

Das Fräulein mochte ungefähr achtundzwanzig Jahr alt ſein. Sie war lang von Geſtalt und etwas mager. Wären ihre Wangen nicht der Farbe be⸗ raubt geweſen, ſie hätte noch in den Augen mancher Männer für ſchön gelten können; aber ein matter, trockener Ton hatte von ihrem Geſicht die Blüthe der Jugend verſcheucht, und auf ihren Lippen war ein bitteres Lächeln ausgeprägt, das ihrem Ausdruck etwas Hartes, etwas Widriges gab. Sie war gleich der andern Frau in dunkle Farben gekleidet; aber die Einfachheit, welche bei der alten Frau einiger⸗ maßen natürlich ſcheinen konnte, war bei dem Fräu⸗ lein offenbar die Folge von Affectation und Mangel an Geſchmack.

Wie geht es mit des Schuhmachers Hannchen, Thereſe? fragte die Frau.

Das arme Lamm, es iſt noch ſo krank! ant⸗ wortete das Fräulein mit tiefem Mitleid in der Stimme,aber es erholt ſich doch wohl. Ich habe verſprochen, ihm ſchöne und warme Kleider für den Winter zu machen.

Und es iſt gewiß darüber erfreut?

Die Hoffnung und die Freude tragen zu ſeiner Geneſung bei, Mutter. Es verdrießt mich, daß ich ſo grobe Stoffe dazu nehmen muß. Ich hätte die Klei⸗ der gern ein Bischen ſchöner gemacht, um das Kind glücklicher zu ſehen; aber der Vater hat ſich dagegen erklärt. Er hat Recht, das Geld der Familie ſorg⸗

fälti derch zeige

( verfi Läch ob f ſtand

fragt lachf

das

kennf Ele Schu

wohl

Watt

2

genb das Phil⸗ Shau hat; und Pup⸗ darül Die