heimniß der Hausgenoſſen, über deren Unglück der Familienſtolz einen undurchdringlichen Schleier aus⸗ gebreitet hielt.
Dieſe ſcheinedeln Beſitzer eines ererbten Ver⸗ mögens— durch Neid oder Mißachtung, je nach dem Maaße ihres bezüglichen Reichthums, ſelbſt unter einander geſpalten— nannten ſich die Altreichen, im Gegenſatz zu der andern Partei, welche ſie mit dem Spottnamen der Neureichen bezeichneten.
Was man unter Neureichen verſtand, waren Leute, welche damals mit dem anfingen, was die Eltern der Altreichen gethan hatten, nämlich in Handel und Gewerbe die Mittel zur Erwerbung eines Vermögens ſuchten. Die Fabriken an der Eiſenbahnſtation ge⸗ hörten ſolchen gewerbſamen Bürgern; viele von ihnen beſaßen bereits Kapitalien, welche anſehnlicher waren, als das Vermögen der älteſten Reichen; aber es war genug, daß ſie ihren Wohlſtand durch eigenen Fleiß und eigene Arbeit gewonnen hatten, um von den erblichen Rentiers als Menſchen einer geringern Claſſe angeſehen zu werden. Ueberdieß trug noch die Unſicherheit der Kapitalien ſelbſt, welche in dem Handel oder Gewerbe angelegt wurden, dazu bei, daß jene von den Grundbeſitzern Darlingens gering geachtet wurden, als ob die ſittliche und materielle
Unthätigkeit einen Anſpruch auf Vortrefflichkeit ge⸗ währen ſollte.
Die Neureichen, welche vom Morgen bis zum Abend arbeiteten und ſorgten, und dadurch leicht und im Großen Geld verdienten, hätten wohl gern von Zeit zu Zeit nach der Arbeit einige Erholung und
Freude ſich erlaubt. Sehr oft hatten die jungen Leute


