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freie Deinen Feind, wenn es möglich iſt. Ich werde Dich für dieſe That ſegnen: ſie iſt der höchſte Beweis Deiner Herzensgüte!“
„Es kann nicht ſein, Mutter,“ ſeufzte Bruno mit dem Tone des feſtgefaßten Entſchluſſes.
„Nein, nein, keine Gnade! Es kann nicht ſein,“ wiederholte der Knecht zu Aller Erſtaunen.
„Gott, Gott, ſind Eure Herzen alle von Stein?“ jammerte der Brauer,„daß Ihr ſo unbarmherzig gegen mein Elend ſeid?“
Genoveva, die bisher geſchwiegen und zitternd dageſtanden, näherte ſich nun dem jungen Manne und agte: lis„Bruno, ich kenne Dich nicht mehr. Auch ich hätte vielleicht ſeinen Tod gewünſcht, als er noch in der vollen Macht ſeiner Bosheit, uns mit neuem Jammer bedrohen konnte; nun er aber überwunden iſt, nun er Niemand mehr kränken kann? O folge dem Vorbild der ſcheußli⸗ chen Sanskülotten nicht. Laſſe die Bruderliebe ſtärker in Dir ſein, als den Haß. Willſt Du nichts thun für Simon, ſo thue es wenigſtens für ſeinen unglücklichen Vater. Bruno, lieber Bruno, gib meiner Stimme Ge⸗ hör, bedenke, daß Du ein Chriſt biſt und Barmherzigkeit üben müßt...“
Veva, Veva, um Gotteswillen ſchweige!“ antwor⸗ tete Bruno tief bewegt vor Rührung,„Was Du forderſt, iſt unmöglich.“
„Himmel, biſt Du es, Bruno, der ſo ſpricht?“ rief Genoveva, indem ſie dem jungen Mann einen ſtren⸗ gen Blick zuwarf.„Wie, ein armer Vater kniet vor Deinen Füßen, ein greiſer Prieſter bittet Dich in Got⸗ tes Namen um Gnade, Deine Mutter, Deine Freunde erheben flehend die Hände zu Dir... Du bleibſt ge⸗ fühllos, unbarmherzig, wie ein Henker!“
Bruno, von allen umringt und mit Thränen


