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„Ich bin es, die ihr vor Kurzem hinauslieſet; aber eilt, Citoyen, ich ſterbe vor Angſt!“
Der Sergeant ſchloß die Thüre auf; aber ſo we⸗ nig, daß Genoveva hätte kaum eintreten können. Sie blieb jedoch draußen ſtehen, indem ſie mit erheu⸗ chelter Angſt ſagte:
„O Citoyen, wartet einen Augenblick, wenn es Euch beliebt; meine Schweſter kommt dort in der Dun⸗ kelheit herangelaufen. Zwei Männer haben uns bis hierher verfolgt; wir mackten uns auf die Flucht, meine Schweſter iſt noch zurück; ich höre ſie, ſie iſt nicht mehr weit.“
Durch dieſe Worte getäuſcht, öffnete der Sergeant das Thor noch weiter und trat zu dem Mädchen heraus. Er ſuchte durch die Dunkelheit nach dem Wege zu ſehen und ſagte zu Genoveva:
„Aber ich höre nichts. Eure Schweſter wird in die Hände der Brigands gefallen ſein. Wir werden die Spitzbuben morgen kriegen.“
„Nein, nein, ſie kommt,“ fuhr das Mädchen fort; nun aber erhob ſie ihre Stimme und rief:„Schweſter Ann! Schweſter Ann!“.
Bei dieſen Worten lief etwas voran auf dem dunklen Weg
„Was thut Ihr? was thut Ihr?“ rief der Ser⸗ geant.„Ich kann hier nicht...“
Er hatte keine Zeit, ſeinen Satz zu enden.— Fünfzig Männer erhoben ſich plötzlich in der Dunkelheit; ſie waren ſo nahe zu dem Sergeanten herangekrochen, daß dieſer ſie nicht eher bemerkte, als bis ſie ihn ergrif⸗ fen hatten.
Der Mund wurde ihm verſtopft; man hielt ſeine Füße und Arme feſt, um ihn an aller Bewegung zu hindern und führte ihn nach der andern Seite des Wegs, ohne daß es ihm möglich geweſen, ſeinen Kameraden ein Zeichen zu geben.


