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über uns wachen, denn wir üben Barmherzigkeit in ſei⸗ nem Namen.“
„Das ſind zwar ſehr ſchöne Worte,“ bemerkte der Sergeant,„aber wenn zwölf franzöſiſche Gewehre dabei wären, würde ich mehr Glauben darein ſetzen.... Run, gute Reiſe, Schweſter, ich wünſche, daß Euch kein Unglück begegne. Bei Eurer Rückkehr ruft der Wache zu: Soeurs de charité! Daran wollen wir Euch er⸗ kennen.“
Nachdem ſie dem Sergeanten gedankt, verließen Genoveva und ihre Nichte Kaet das Thor der Stadt und gingen mit haſtigen Schritten durch die Dunkelheit.
Sie ſchwiegen lange Zeit und eilten, ſo ſehr ſie konnten, bis endlich Schweſter Kaet nicht mehr Schritt hule konnte und ſtehen blieb, indem ſie zu Genoveva agte:
„Nichte, Nichte, ich bin erſchöpft. Laß uns etwas ausruhen. Du läufſt, daß ich kaum Athem holen kaun.“
„Ach, liebe Kaet,“ ſagte Genoveva bittend,„um Gottes Willen, laß uns eilen; wir ſind noch ſo weit zurück. Schöpfe Stärke und Muth aus dem Gedanken, daß das Leben des unglücklichen Märtyrers der Lohn unſerer Anſtrengung werden kann.“
„Wohl wohl,“ antwortete die Schweſter ganz außer Athem,„aber das Unmögliche kann Niemand thun, und würde man auch den Himmel dadurch verdienen.“
„Sprich ſtiller, liebe Nichte,“ ſagte Genoveva, ſelbſt die Bäume dürfen nicht hören, weßhalb wir hier ſind. Komm', ich werde Dir den Arm geben, um Dich zu unterſtützen.“
Die beiden Frauen gingen wieder weiter.
Etwas ſpäter hörte Schweſter Kaet plötzlich etwas durch das Blätterwerk des Eichenwaldes rauſchen. Sie blieb zitternd ſtehen.
„Was haſt Du, Nichte?“ fragte Genoveva,„Du bebſt? Siehſt Du etwas?“


