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kohlten Leichen ſeiner Mutter und ſeiner Freundin lie⸗ gen und ſchauerte und erblaßte bei dieſem Anblick,— als der Sergeant mit der Lampe in das Zimmer trat und auf Franzöſiſch zu ihm ſagte:
„Nun, Kamerad, was ſtarrt Ihr denn ſo in das Stroh? Die Zeit der Geiſter iſt vordei. Die franzöſiſche Republik hat ſie nach Spanien gejagt. Seid muthig; etwas früher oder ſpäter, wir müſſen doch alle mal in die Kugel beißen.“
Bruno warf einen langen Blick auf den Sergean⸗ ten, als hätte er ihn nicht verſtanden, und ſchlug dann wieder die Augen zu Boden.
„Armer Junge!“ murmelte der Sergeant.„Iſt nicht Soldat, wer will. Er iſt verrückt. Der Schreck hat ihn wahnſinnig gemacht.“
Ein Soldat trat in das Zimmer und ſagte zu dem Offizier:
3. Citoyen⸗Sergeant, es ſtehen zwei Frauen bei den Schildwache: ſie bitten um Erlaubniß, die Gefangenen zu beſuchen.“
„Frauen, Frauen auf der Wache!“ rief der Sergeant. „Was fällt denn der Schildwache ein? Die Frauen ſollen ſich augenblicklich entfernen— marſch!“
„Es ſind Nonnen, barmherzige Schweſtern,“ ſagte der Soldat,„ſie wünſchen Euch zu ſprechen.“
„Das ändert die Sache etwas,“ erwiederte der Sergeant,„aber Nonne oder nicht Nonne, ohne Befehl meines Offiziers kommt kein Sterblicher zu meinen Ge⸗ fangenen. Laßt mich ſehen, wie ſich die Sache verhält; die Frauen ſollen hereinkommen: bis an die Thüre, nicht weiter.“
Er ging ſelbſt nach dem Vorzimmer; als ſich jedoch die erſte Nonne vor ſeinen Augen zeigte, blieb er be⸗ troffen ſtehen, ja, trat ſogar einen Schritt zurück und murmelte mit Bewunderung:


