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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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Citoyen⸗

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„Ha, ha,“ antwortete Simon,„er behauptet, ein Pferd könne nicht in's Wirthshaus gehen!“

„Wenn er ſechzig Jahre gebraucht, um auf den Gedanken zu kommen, ſo wünſch' ich ihm Glück!“ ſpot⸗ tete der Sergeant.

„Laßt mich mit ihm ſprechen,“ fiel Simon⸗Brutus ihm in’'s Wort,„ich bitt' Euch, ſtört mich nicht. Er wird uns vielleicht Dinge ſagen, die uns nützlich ſein können... Jan, wohnt Ihr noch bei dem Notar 2

„Gewiß, Simon; wo ſollt' ich ſonſt wohnen? Ich bin zu alt und zu ſteif, um noch viel zu arbeiten.“

„Und wie ſteht's mit Bruno? Er iſt bei der Con⸗ ſcription ausgehoben worden, nicht wahr?“

Der Knecht nickte bejahend.

„Er iſt wohl auch geflohen?“

Dieſelbe Antwort erfolgte auf dieſe Frage.

„Wo iſt er nun?“

„Ja, das weiß ſein Vater ſelbſt nicht; er iſt mit dem Paſtor durchgegangen. Der Schafhirte des Pach⸗ ter Klaes hat mir geſagt, daß er ihn in einer Kutſche mit zwei Pferden hat durch das Waſſer fahren ſehen, ſo raſch, daß das Waſſer über das Wieſenufer hinaus⸗ ſprizte.“

Dieſe Mittheilung machte keinen angenehmen Ein⸗ druck auf den Offizier: er zitterte vor Wuth am ganzen Körper und ſagte endlich voll Ingrimm zu ſeinen Kriegs⸗ kameraden:

„Seht Ihr wohl? Der Paſtor und der Anführer dieſer Brigands ſind in einem Wagen geflüchtet. Wir werden morgen zu ſuchen haben: die Vögel ſind ausge⸗ flogen; das Neſt iſt leer. Korporal Horace, das iſt die Folge Eurer Unvorſichtigkeit.“

„Bah, bah,“ bemerkte ein Sergeant,„ſie können doch der Rache der franzöſiſchen Republik nicht entkom⸗ men: dazu iſt die Welt zu klein.“

Conſcience, Bauernkrieg. 5