„Geht und ruft ihn,“ gebot der Offizier.„Er ſitzt allein am Feuer.“
Einen Augenblick ſpäter brachte der Korporal den Mann am Arm in's Zimmer.
Jan, der alte Knecht des Notars, ging tiefer ge⸗ beugt, denn ſonſt und hätte ſich nicht viel tiefer bücken müſſen, daß ſeine Arme bis unter die Kniee reichten. Er ſchien im Ganzen nicht befangen und lächelte ſo freund⸗ lich, als ob er dieſe Leute ſchon lange kennte. Er hielt ſeine Mütze in der Hand und verbeugte ſich grüßend nach allen Seiten, indem er ſagte:
„Guten Tag, Simon Meulemans. Was ſeid Ihr ſchön! Freut mich, daß Ihr geſund ſeid und ich Euch wiederſehe. Guten Tag, Ihr Herren Soldaten!“
Simon Brutus und ſeine Leute brachen in ein lau⸗ tes Gelächter aus. Indeſſen nahm der Knecht einen Stuhl, ſetzte ſich nieder, ſchmauchte aus ſeinem Pfeif⸗ chen und ſagte:
„Mit Verlaub, Simon? Ich ſitze ebenſo gut, als ich ſtehe. Was beliebt Euch?“
„Er ſieht ja noch dummer aus, als die Andern,“ mürmelte ein Soldat,„aber er iſt ein guter Teufel.“
„Laßt mich ihn anſprechen,“ ſagte der Offizier, „ich muß ihn etwas fragen... Jan, kommt etwas näher zu mir. So, ſo, jetzt iſt's nahe genug... Ihr ſeid wohl ſehr böſe auf mich geweſen 2“
„In der erſten Zeit, ja, ein klein wenig, Simon; aber ſobald ich geneſen war, hab' ich gedacht: das kommt von dem ſtarken Bier im Löwen,— und hab' es vergeſſen. Ein ſchwerer Schlag iſt bald gegeben; und ſo alt ich auch bin, zuweilen ſeh' ich doch wohl auch zu tief in die Kanne. Ein Pferd kann nicht in's Wirthshaus geh'n, das iſt ein menſchliches Ge⸗ brechen.“
„Was ſagt er, das Ench ſo lachen macht, Citoyen⸗ Commiſſaire? fragte ein Sergant.
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