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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
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Sie verließen den Kirchhof und durchkreuzten einen Theil des Dorfes, ehe ſie den Weg einſchlugen, der nach der Mühle führte.

Auf ihrem Durchzug ſahen ſie kein lebendiges We⸗ ſen; es war, als ob der dumpf rollende Wagen durch eine unermeßliche Grabhöhle hinführe.

II.

Gegen Abend ſaß Simon Brutus mit etwa zehn ſeiner Leute in einem großen Zimmer des Wirthshauſes „zum Adler.“

Die andern Soldaten hatten ſich in der Scheuer gelagert, und man konnte von der Landſtraße ihr wildes Singen und wirres Freudengeſchrei hören.

Vor der Thüre des Wirthshauſes ſchritt ein Soldat mit dem Gewehr in der Hand auf und ab; ſein Geſicht war ſehr roth, und er ſchwankte ſichtlich auf den Beinen; mit ernſter und trotziger Miene ſah er nach allen Seiten und ſchien eine Ueberraſchung zu befürchten.

In dieſem Augenblick zeigte ſich ein Bauer auf dem Weg, der nach dem Dorfe führte. Die Schildwache heftete die funkelnden Augen auf den langſam ſich nähernden Mann und hielt das Gewehr vor die Bruſt, als wollte ſie den Hahn ſpannen, um Feuer zu geben.

Der Bauer, der auf das Wirthshaus zuging, ſchien keine böſen Abſichten zu haben; er war alt und von der Arbeit gebeugt, und ging mit ſo ſchleppenden Schrit⸗ ten auf dem Wege einher, als wüßte er nicht, was an dieſem Tage in Waldeghem geſchehen.