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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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Während der Sohn des Notars damit beſchäftigt war, dieſer Aufforderung zu entſprechen und die Ordnung anzugeben, kam Baes Cuylen,— der die ganze Zeit an der Thüre geſtanden und den Blick nicht von dem Fähn⸗ lein gerichtet hatte,— langſam herein und winkte dem Brauer, ihm hinaus zu folgen.

Hier ſtand ein Knecht, der dem Gerufenen ein Pa⸗ pier überreichte, indem er zu ihm ſagte.

„Baes, das hat der Bote für Euch gebracht; es hat große Eile.“

Nach dieſen Worten grüßte er ſeinen Meiſter und kehrte nach dem Dorfe zurück.

Die Aufſchrift des Briefes mußte einen mächtigen Eindruck auf den Brauer machen, denn der alte Mann erblaßte und begann wie ein Rohr zu zittern, während ſeine Augen unverwandt auf den Buchſtaben hafteten.

Er ſchien in dieſem Zuſtande überraſcht zu werden und ging hinter ein Eichengebüſch, wo er, in tiefes Nach⸗ deuken verſunken, die Aufſchrift des Briefes las:

„Le, le Citoyen... Meulemans!“ Dieſe Hand⸗ ſchrift? Von meinem Sohn! Ach, Dank, Dank, o Gott, daß mein einzig Kind noch lebt, daß es zu mir zurück⸗ kehrt!“

Er riß mit fieberhafter Ungeduld den Brief auf und ſuchte die erſte Zeile zu leſen. Da ſtand: Liberté, Ega- lité, Fraternité ou la mort! Au Citoyen auteur de mes jours; aber ſo oft der Brauer auch las, er verſtand es doch nicht. Die Unterſchrift war zwar von ſeinem Sohn, aber die Form des Briefes machte eine Menge ängſtlicher Bedenken in ihm rege. Es ſtand etwas zu ſeines Soh⸗ nes Taufnamen hinzugeſetzt: er hatte Simon⸗Bru⸗ tus unterzeichnet.

Nachdem der Bauer noch einen Augenblick auf den Brief geſtiert, verbarg er ihn plötzlich in ſeinem Rocke und richtete ſeine Schritte nach dem Dorfe, indem er ſagte: