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„Der Pfarrer wird es mir erklären.— O Gott, was mag das bedeuten?“
Der achtzigjährige Prieſter wollte gerade zur Kirche gehen, als der Brauer in ſein Zimmer trat und ihm den Brief zeigte, den er empfangen:
„Herr Paſtor, um Gottes Willen, leſet mir den Brief, ehe Ihr zur Kirche gehet. Er brennt mir in den Händen: es iſt mir, als ſollt ich ein großes Un⸗ glück daraus erfahren von meinem Sohn Simon.“
„Von Eurem Sohn Simon?“ rief der Paſtor mit freudigem Erſtaunen.„Er war auf ſchlimmen Wegen⸗ Freund Meulemans, aber ich freue mich, daß Gott Euer Kind erhalten hat. Laßt ſehen, was er ſchreibt.“
Der Paſtor näherte ſich dem Fenſter, um mehr Licht zu haben und las Folgendes*) mit halblauter Stimme:
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder der Tod!
An den Bürger und Urheber meiner Tage.
Hiemit benachrichtige ich Euch, daß Euer Sohn, Abgeordneter der Centralregierung des Departements des Deüx⸗Nethes, ſich in drei bis vier Tagen nach ſeinem Geburtsort begeben wird, um die ſtrenge Durchführung der Geſetze der Republik anzuordnen und ſeine alten Be⸗ kannten aus den Ketten des Deſpotismus und des hölli⸗ ſchen Fanatismus der verfluchten Heuchler zu befreien, welche unter der Maske des Prieſterthums Euch unter dem Joche der Beſchränktheit gebeugt halten.
Dankt der franzöſiſchen Republik, wenn Ihr noch den Namen eines Menſchen zu tragen würdig ſeid; wenn der Servilismus und die Unwiſſenheit nicht alle geiſti⸗
*) Dieſer Brief iſt in der Urſchrift in franzöſiſcher Sprache mitgetheilt, um„nichts von ſeiner Origina⸗ lität zu opfern.“ Wir tragen jedoch kein Bedenken, ihn deutſch zu grben, da das Originelle mehr im Geiſte, als im Worte liegt. D. Ueberſ,
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