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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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Sie ſprachen deßhalb von Simon und beklagten den armen alten Brauer, der ſelbſt nicht zur Kirchweih kommen durfte, um nicht Zeuge des wüſten Treibens ſeines Sohnes zu ſein. Man gedachte auch der Worte des Liederſängers über Simons Aufenthalt in Brüſſel und dieſe Verhandlung ſchlug natürlich nicht ſehr zu ſei⸗ nen Gunſten aus.

Der alte Knecht war namentlich ſehr übel auf Si⸗ mon zu ſprechen und ſprach mit ſo viel Haß von dem Trunkenbold, wie er ihn nannte, daß der Notar ihn zwei bis dreimal zurückhalten mußte.

Schon hatten ſie beinahe ein paar Stunden in dem Zelte zugebracht: Bruno und Genoveva tanzten unaus⸗ geſetzt und ſchienen den glücklichſten Tag ihres Lebens zu genießen.

Der Notar ſprach vom Nachhauſegehen.

Plötzlich hörte man im Wirthshaus ein wirres Geräuſch, wie von Menſchen, die mit einander ſtreiten und mit Stühlen ſchlagen; Flüche und furchtbares Ge⸗ ſchrei übertönte die beſänftigenden Worte derer, welche Frieden ſtiften wollten, Tafeln fielen um, Kannen zer⸗ brachen...

Im Zelte hört Muſik und Tanz nicht auf; aber die Zuſchauer erheben ſich überraſcht, um nach dem Wirths⸗ haus zu ſehen.

Che man begreifen kann, was geſchieht, ſtrömt die Maſſe der Streitenden auf den offenen Platz; ein junger Mann mit dem ſteinernen Krug in der Hand ſpringt voll Wuth aus der Mitte, wirft drei bis vier Mann auf den Boden und ſtürmt ſchäumend nach dem Zelt, wo er die furchtbaren Worte brüllt:

„Er muß ſterben! Ich werde ihm den Kopf ein⸗ ſchlagen, dem ſcheinheiligen Pfeilerſteher!“

So, mit dem Kruge über dem Kopfe, läuft er unter den fliehenden Tänzern umher und mit einem wil⸗

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