Druckschrift 
Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
Einzelbild herunterladen

. Vielleicht

e ſchüttelte nend:

tte Corday o wird ihr und Vater⸗ es, einen von Frank⸗

die Ael⸗ n. Unter⸗

dinge; wir ſt darüber d wäre er . Komm', dort tanzt

um nach lagen war, Kameraden m Fluchen den Krüge

kaum be⸗ Ausſehen em er un⸗ nen Fräu⸗

ct, wandte

lebe die

29

Und er nahm das Mädchen bei der Hand, um ſie mit Gewalt zum Zelte zu ziehen.

Genoveva ſah Bruno vorwurfsvoll und fragend an, als wollte ſie ſagen:

„Duldeſt Du das? Wirſt Du mich nicht verthei⸗

digen?“ Brunos ſonſt ſo ſanftes und mildes Auge flammte plötzlich auf; er ſprang herbei, riß Simons Hand von dem Mädchen weg und gab ihm einen ſo gewalti⸗ gen Stoß auf die Bruſt, daß er einige Schritte zurück⸗ taumelte und an die Mauer fiel.

Der junge Student, von ſeiner eigenen That über⸗ raſcht, ſtand bebend da, wie ein Rohr; Simon, brül⸗ lend wie ein Stier, kam auf ihn zugelaufen und war im Begriffe, ihm einen gewaltigen Schlag zu verſetzen, als der Notar und der Küſter erſchienen und ſich drohend vor ihn ſtellten.

Indeſſen verſchwand Bruno mit Genoveva in dem Zelte.

Sei es nun, daß das Trinken den Sohn des Brauers noch nicht ganz verblendet hatte, oder daß er die Sache auf eine ſpätere Zeit verſchob; er begnügte ſich mit heftigen Ausfällen auf Bruno und ſetzte ſich end⸗ lich fluchend nieder, indem er die Kanne auf den Tiſch ſtieß und rief:

„Bier, maßweiſe!“

Später ſaßen die Eltern Brunos mit dem Vater Genovevas und dem alten Knecht auf einer Bank im Zelte und ſahen mit Luſt und Freude, wie ihre Kinder ſich am Tanze ergötzten und wie jeder wetteiferte, ſie zu preiſen und ihnen ein freundlich Wort zuzuflüſtern.

In ihrer ſtillen Freude würden ſie gewiß des rohen Simon vergeſſen haben, wenn das wüſte Thier ſie nicht durch ſein lautes Schreien in der Herberge daran erin⸗ nert hätte, daß ſeine wilde Schlemmerei noch kein Ende ge⸗ nommen.