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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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„Blutvergießen, Veva, iſt ein Verbrechen. Vielleicht hat ſie Gott erzürnt.“

Dieſe Antwort gefiel Genoveva nicht; ſie ſchüttelte zweifelnd den Kopf und ſagte träumeriſch ſinnend:

„Möglich... Und dennoch iſt Charlotte Corday eine Heldin und hat ſie geſündigt, Bruno, ſo wird ihr Gott vergeben. Sie ſtarb ja für Glauben und Vater⸗ land; und ſie, eine ſchwache Frau, wagte es, einen Tyrannen zu ſtrafen, vor dem alle Männer von Frank⸗ reich, ja von ganz Europa bebten!“

Der Jüngling zog das Mädchen fort, um die Ael⸗ tern einzuholen, die ſchon weit voraus waren. Unter⸗ wegs ſagte er:

„Veva, es ſind ſchwer zu entſcheidende Dinge; wir wollen nicht davon reden. Gott wird ſelbſt darüber entſcheiden. Der Gedanke eines Mordes, und wäre er noch ſo gerecht, macht mich ſchauern... Komm', unſere Eltern gehen in den„Löwen“; dort tanzt man.. 14

Als ſie durch das Wirthshaus gingen, um nach dem Garten zu gehen, wo das Zelt aufgeſchlagen war, ſahen ſie Simon betrunken unter ſeinen Kameraden ſitzen; er ſang und ſchrie und ſchlug mit lautem Fluchen ſo gewaltig auf den Tiſch, daß die tanzenden Krüge das Bier in Bächen auf den Boden goßen.

Der Sohn des Brauers hatte Genoveva kaum be⸗ merkt, als er aufſprang, ſich ein freundliches Ausſehen gab und taumelnd dem Mädchen näherte, indem er un⸗ ter vielen Verbeugungen zu ihr ſagte:

„Werde ich die Ehre haben, mit dem ſchönen Fräu⸗ lein Veva zu tanzen?“

Das Mädchen, über ſeine Frechheit empört, wandte ſich um, indem ſie ſagte:

„Laß mich in Ruhe, ich tanze nicht.“

„Kommt, kommt,“ rief Simon,„es lebe die Freude!“

Und er mit Gewalt Genove als wollte ſ

„Dulde digen?“

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Indeſ Zelte.

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