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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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wie ſie das Meſſer unter dem Halstuch verborgen hat und mit einem Päckchen unter dem Arme von den ar⸗ men Eltern Abſchied üimmt...

Sie war bereit, ihr junges Leben,

Für Gott und Vaterland zu geben.

Sie eilet muthig nach Paris

Des großen Sieges ſchon gewiß.

Sie klopft an Marats Thüre, wie hier zu

ſehen iſt:

Sie trat dem Stolzen keck entgegen,

Wie biſt Du Mädchen ſo verwegen!

Charlotte Corday heiß ich, Herr, Sagt ſie und zieht das Mordgewehr.

Der kühne Henker Jean Marat,

Er ſitzt in einem warmen Bad

Von Menſchenblut, um zu geneſen

Von ſchwerer Seuch, an der er krank geweſen, Charlotte kam und Marat frug:

Was hältſt Du Dirne unter'm Tuch?

Dieſes Mädchen wird bei dem Böſewicht vorgelaſ⸗ ſen, der in einem Bad von Menſchenblut ſchwimmt, wo ſie, um den rechten Augenblick zum Stoße wahrzuneh⸗ men, über die Bewohner ihrer Vaterſtadt klagt, wo⸗ rauf ihr Marat antwortet, die ganze Stadt müſſe ſterben...

Ich klage, edler Herr, Euch ſehr,

Nicht Recht, nicht Kirche ehrt man mehr. Marat ſprach ohne umzuſehn:

Die Stadt ſoll untr'm Galgen ſtehn.“

Das gibt dem Mädchen Muth; ſie hat ihr Meſſer gezogen, wie Ihr hier ſehen könnt...

Wie, rief die Magd, die ganze Stadt?

So ſterbe Bluthund denn im Bad.

Sie hat ihm, eh' ſie ausgeſprochen, Das Meſſer durch den Leib geſtochen.