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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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Augen und Börſen auf, dann ſollt Ihr was hören und er wird Geld bekommen zum verzehren. „Hört Freunde, hört jetzt auf mein Lied, Vernehmt was in Paris geſchieht, Von furchtbar, ſchauerlichen Dingen, Werd' ich Euch erzählen und ſingen...

Zittert nicht, Bürger und Bauern all' zuſammen; Jantje van Lier weiß wohl, was er bringt: es iſt zwar ſchrecklich, aber es nimmt ein gutes Ende, wie Ihr ſo⸗ gleich vernehmen werdet:

Von furchtbar, ſchauerlichen Dingen Werd' ich Euch erzählen und ſingen: Wie Gott die Sünden rächt,

Am ganzen Menſchengeſchlecht.

Ich ſing vom Haupt der Sanskulotten, Der ſelbſt des Herrn zu ſpotten, Vergoß in Stroͤmen Menſchenblut

Am Galgen, ſei es bös, ſei's gut.

Ja, Menſchen oder Bauern, hier könnt Ihr ſehen, wie Marat in einem Walde von einer Hechſe mit Wolfs⸗ milch aufgezogen wurde. Da ſeht Ihr, wie er ſeinem eigenen Vater mit einem Meſſer nachläuft. Hier ſeht Ihr ihn mit den raſenden Jacobinern in Paris alle Ge⸗ fangenen ermorden: ſeht, der Spitzbube ſteht bis an die Kniee im Blut und ruft:„Noch mehr! noch mehr!“

„Ah, bah! Lauter Lügen!“ ſpottete Simon,„Ihr wollt den Bauern wieder etwas weis machen, als ob ſie noch zu viel Verſtand hätten!“

„Wer nicht zuhören mag, kann ja gehen?“ rief der Sänger.

„Was Zauberhechſen? Wolfsmilch? Bis an die Kniee im Blut!'s iſt ein Wunder, daß der Teufel noch nicht dabei iſt. Lauter Lumpen!“ ſchrie Simon.

Der Sänger zeigte ein Blatt mit Liedern und ſagte

mit großer Ruhe: