Der alte Mann wandte ſich um und antwortete mit Begeiſterung:
„Spotte meiner, nenne mich den tollen Jan; aber ſiehſt Du, frecher Simon? Dies Kind habe ich getra⸗ gen, als es klein war, habe es herangezogen und mit meinen Gebeten es geweiht. Gott hat mich erhört, das iſt nun Bruno!“
„Ein armer Milchbart,“ lachte Simon,„der wie ein Mädchen weint. Du mußt ihm Röcke anziehen, und eine Haube aufſetzen, Deinem Bruno...!“
„Kommt Jan,“ ſagte der Jüngling, indem er den alten Mann mit der Hand fortzog,„laßt den Simon nur ſtehen und geht mit uns zur Kirchweih: der Va⸗ ter hat es mir geſtattet.“
Nun war die Kirche beinahe leer; die Perſo⸗ nen. die noch darin geblieben, verließen dieſelbe gleich⸗ alls.
Draußen war alles wie durch einen Zauberſchlag verändert. In der Ferne hörte man bereits das ver⸗ lockende Spiel der Violine und des Baſſes durch das lärmende Geräuſch der Kirchweih dringen.
Einige ältere Leute ſtanden noch in zerſtreuten Gruppen auf dem Kirchhof, um Neuigkeiten von einan⸗ der zu erfahren, wenn es deren gebe. Da wurde von der franzöſiſchen Republik, von den Jacobinern, von Marats Tod und von dem Kaiſer von Oeſtreich geſpro⸗ chen; man freute ſich der ſchönen Ernte dieſes Jahres, und drückte die Hoffnung aus, Gott werde das Land fortan vor Plünderung und Raub ſchützen.
Auch der ſtolze Jüngling ſtand dabei, der während des Lobgeſangs mit dem Arm auf dem Betſchemel des heiligen Sebaſtian geruht. Es war Simon, der Sohn des Brauers, ein junger Mann, der durch den frühzei⸗ tigen Tod ſeiner Mutter ſich ſelbſt überlaſſen, ein leichtſtuniges Leben geführt und in den erſten Mo⸗ naten der franzöſiſchen Herrſchaft nach Brüſſel gelaufen
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