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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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Plätzchen

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ſangen ſie ſo lant mit der dröhnenden Orgel um die

Wette, als ſollten ſie mit dieſem gewaltigen Inſtru⸗ mente einen Kampf um die Macht des Tones aus⸗ kämpfen.

Auf dieſe Weiſe dauerte es eine Weile fort, bis Bruno nach einem Zwiſchenſpiel der Orgel den Hymnus allein zu ſingen begann.

Sanft und leiſe, mit beinahe unhörbarer Stimme, aber ſo zart und deutlich, daß das Herz vor Rührung zerſchmolz, begann Bruno den Lobgeſang:

Ave, maris stella...

Und dann immer kräftiger werdend und durch das Zittern der Stimme immer mehr Gefühl in ſeinen Ge⸗ ſang legend, erreichte er die Strophe:

Monstra te esse matrem..

die er zuerſt mit gedämpfter Stimme in tiefen Tönen ſeufzte und dann, wie einen Hülferuf in bittender Klage zum Himmel ſandte.

So ſang er den Lobgeſang zu Ende, und entfaltete eine wunderbar ſchöne Tenorſtimme mit einer Leichtigkeit und Freiheit, die die Muſik vergeſſen ließ, als ob Ton und Geſang die natürliche Sprache der menſchlichen Seele wären.

Und es muß wohl ſein, daß das Wahre und Schöne in jedem Herzen, wie niedrig es auch ſei, Sai⸗ ten findet, die harmoniſch wiederklingen; denn es war ſo ſtill in der Kirche, als hätten ſich die Bauern in Standbilder verwandelt.

Nur ein Menſch ſcharrte von Zeit zu Zeit mit den Füßen oder huſtete vernehmlich; und dies war der Spöt⸗ ter bei dem Altar des heiligen Sebaſtian.

Obſchon dies Geräuſch viele ärgerte, konnte man