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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
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ſein, da es kaum drei Uhr Nachmittags war, wenn ein Blick in die Ferne nicht die Erklärung dieſes Räth⸗ ſels gegeben hätte.

Auf den Fußpfaden, die aus dem dunkeln Walde ſich über Wieſen und Felder der Kirche zuſchlängelten, gingen zahlreiche Familien; Männer und Frauen und Kinder, alle mit einem Kirchbuch, einem Roſenkranz oder beiden zugleich in der Hand.

Da die ſchmalen Pfade nur Raum für einen Men⸗ ſchen hatten, ſo gingen alle dicht hinter einander. Von Ferne ſchien der Gang dieſer Leute ſehr träg; und hätte nicht der bunte Putz der Frauen, mit ihrem Hochroth, Grün, Gelb und Weiß zwiſchen der dunkelbraunen Tracht der Männer geglänzt, und die Bewegung merken laſſen, man hätte bisweilen glauben können, die langen Reihen dieſer Leute ſtänden ganz bewegungslos in den Feldern.

So ſtrömten von allen Seiten die Glieder der Ge⸗ meinde Waldeghem nach der Kirche, um dem feierlichen Lobgeſang beizuwohnen, der bald beginnen ſollte.

Wenn man eine ähnliche Bewegung im Dorfe ſelbſt noch nicht bemerkte, ſo trug daran die berechnende Ge⸗ wohnheit der Bauern ſchuld, welche um ſo ſpäter ihr Haus verließen, je näher ſie bei der Kirche wohnten, und ſo kommt es, daß die Bewegung der Dorfbewohner zuerſt an den fernſten Enden beginnt und nach und nach immer lebhafter wird, bis der Glockenſchlag die aller⸗ trägſten aus der Herberge treibt, um nicht beim Beginne des Gottesdienſtes zu fehlen.

Und wahrlich deſſen wollte ſich dießmal gewiß Nie⸗ mand ſchuldig machen. Es mußte mit dieſem Lobgeſang eine beſondere Bewandtniß haben, die aller Neugierde rege machte..

Bruno, der Sohn des Notars, der bei den Augu⸗ ſtinern zu Antwerpen auf der lateiniſchen Schule ſtudirte, war in den Ferien, um die Zeit der Kirchweih auf dem Dorfe zuzubringen. Er hatte eine wunderbar ſchöne

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