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Der Bauernkrieg (1798) : historischer Roman / von Hendrik Conscience
Entstehung
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Thurme hervorſah, um anzudenten, daß hier eine Anzahl Menſchen unter dem Schatten des Gotteshauſes wohnen.

In der Nähe war es ein heiteres und hübſches Dorf: die Dächer ſeiner Hütten waren mit Moos bewach⸗ ſen, die Giebel mit Weinranken umſchlungen oder unter dem breiten Schatten der Nußbäume halb verſteckt. Den⸗ noch erhoben ſich einige größere Bäume über die ande⸗ ren: das Pfarrhaus, durch das Nothglöcklein keuntlich, ſtand neben dem Kirchhof; in der Nähe die weniger große, aber doch ſchöne Wohnung des Küſter⸗Schulmeiſters; tie⸗ fer im Dorfe das hübſche Haus des Notars und jenſeits die ausgedehnte Brauerei mit ihren Ställen und Darren.

Zwiſchen den Häuſern und Hütten, die der Zufall auf der andern Seite des Weges hingeſtreut zu haben ſchien, waren einzelne Lücken, die dem Auge den Blick auf fruchtbare Felder und fette Wieſen boten., während ſich rings um das Dorf undurchdringliche Wälder zogen, und die Gegend einem lieblichen Thale zwiſchen hohen Gebirgen ähnlich machten.

An einem Sommertag des Jahres 1793 war Kirch⸗ weih zu Waldeghem. 1

Vor der Kirche unter den hohen Lindenbäumen ſtan⸗ den allerlei Buden, mit Leinwand überſpannt; aber was man darin verkaufte, konnte man nicht ſehen, da die Krämer, die Arme über der Bruſt gekreuzt, auf Kiſten oder Bänken ſaßen und vor ihren geſchloſſenen Schätzen in der Stille zu warten ſchienen.

Vor einigen Herbergen waren Zelte von Segeltuch aufgeſpannt, ohne Zweifel, um den Bauern zum Tanz⸗ ſaal zu dienen. Ebenſo ſtill und öde war es jedoch un⸗ ter dieſen Zelten.

Man häkte bei dem Anblick des Dorfweges glanben ſollen, geſtern ſei der letzte Tag der Kirchweihe geweſen und die ermüdete Bevölkerung habe aus Trägheit die üb⸗ rig gebliebenen Zeichen der Freude noch nicht weggenommen.

Dieſe allgemeine Stille würde wunderbar erſchienen