Teil eines Werkes 
1. Bd. (1864)
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lichen Tage aufzubewahren. Als wir dem Garten Lebewohl geſagt hatten, war nur noch eine halbe Stunde übrig. Wir gingen zuſammen an das Grab, wir knieten nieder, eine neben der andern und küßten ſchweigend den heiligen Grund. Ich dachte, das Herz müßte ſchier brechen. Auguſt war der Monat mit dem Geburtstag der Mutter, und jetzt vor einem Jahre waren wir drei, der Vater, Magdalene und ich in geheimer Berathung geweſen, mit was für einem Geſchenk wir ſie wohl früh an ihrem Geburts⸗ tagmorgen überraſchen könnten.

Wenn Sie hätten Magdalenen leiden ſehen, ſo würden Sie nie wieder gezweifelt haben. Ich mußte ſie von der ewigen Ruheſtätte unſeres Vaters und unſerer Mutter beinahe mit Gewalt fortziehen. Ehe wir aus dem Friedhofe gingen, riß ſie ſich wieder von mir los und lief zurück. Sie fiel am Grabe auf ihre Kniee, riß mit leidenſchaftlicher Geberde eine Hand voll Gras davon ab und ſagte in dem Augen⸗ blicke Etwas zu ſich ſelbſt, wo ich, obgleich ich ihr auf dem Fuße folgte, noch nicht nahe genug war, um ſie zu hören. Sie wandte ſich nach mir in einer ſo halb wahnſinnigen Art um, als ich verſuchte, ſie vom Boden wegzuheben,.. ſie ſah mich mit ſo fürch⸗ terlich wilden Blicken an,... daß ich mich ordent⸗ lich bei ihrem Anblicke entſetzte. Zu meinem Troſt wich der Paroxysmus ſo ſchnell von ihr, als er ge⸗ kommen war. Sie warf das Häuflein Gras in den Buſen ihres Kleides, nahm meinen Arm und eilte mit mir aus dem Friedhof hinaus. Ich fragte ſie, warum ſie zurückgegangen ſei, ich fragte ſie, welches die Worte waren, die ſie am Grabe ge⸗ ſprochen hatte.

Ein Gelöbniß für unſern ſeligen Vater, ant⸗ wortete ſie mit einem augenblicklichen Wiederaufblitzen des wilden Blickes und des halbwahnſinnigen Weſens, das mich bereits ſo gewaltig erſchreckt hatte.

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