ſamkeit, die ſich bis dahin Magdalenen zugewendet hatte, plötzlich ausſchließlich auf den Poſtſtempel des Briefes.
Sich über ihn beugend, ihr Haupt auf ſeine Schulter legend, konnte Magdalene den Stempel ſo deutlich ſehen als der Vater ſelbſt:— Nw ORLEANS.
— Ein amerikaniſcher Brief, Papa! ſagte ſie. Wen kennſt Du in New⸗Orleans?
Mrs. Vanſtone horchte auf und ſah begierig ihren Mann an, als Magdalene dieſe Worte ſprach.
Mr. Vanſtone ſagte nichts. Er nahm ruhig den Arm ſeiner Tochter von ſeinem Halſe weg, als ob er wünſchte, nicht unterbrochen zu werden. Sie kehrte daher an ihren Platz beim Frühſtückstiſche zurück. Ihr Vater wartete mit dem Briefe in der Hand eine Weile, ehe er ihn öff⸗ nete; ihre Mutter ſah ihn dabei mit einer Miene aufmerk⸗ ſamer geſpannter Erwartung an, was Miſs Garth und Nora ſo wenig, als Magdalenen entging.
Nach einem minutenlangen Zögern öffnete Mr. Van⸗ ſtone den fraglichen Brief.
Sein Geſicht wechſelte ſofort die Farbe, als er die erſten Zeilen geleſen; ſeine Wangen verfärbten ſich zu einem matten Gelbbraun, welches bei einem weniger blühenden Manne Aſchgrau geweſen ſein würde; ſeine Miene nahm augenblicklich einen düſtern Ausdruck an und wurde finſter. Nora und Magdalene ängſtlich harrend ſahen nur die Veränderung, die mit ihrem Vater vorge⸗ gangen. Miſs Garth allein bemerkte die Wirkung, welche dieſe Veränderung auf die aufmerkſam gewordene Frau vom Hauſe ausübte.
Es war nicht eine Wirkung, wie ſie oder jemand An⸗ deres ſie vorausgeſetzt haben würde. Mrs. Vanſtone ſah eher aufgeregt, als beunruhigt aus. Eine ſchwache flie⸗ gende Röthe auf ihren Wagen, die Augen blitzend, rührte ſie den Thee in ihrer Taſſe in einer unruhigen und unge— duldigen Art und Weiſe, die ihr ſonſt fremd war.
Magdalenekraftihrer Eigenſchaftals verzogenes Kind war wie gewöhnlich die Erſte, welche das Schweigen unterbrach.
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