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— Was gibt es, Papas fragte ſie.
— Nichts, erwiderte Mr. Vanſtone mit ſcharfem Tone, ohne ſie anzuſehen.
— Ich glaube aber doch, daß es Etwas gibt, beharrte Magdalene. Ich glaube ſogar, es ſind ſchlimme Nach— richten, Papa, in dem Briefe aus Amerika.
— Es iſt Nichts in dem Briefe, was Dich angeht, ſagte jetzt Mr. Vanſtone.
Das war die erſte directe Zurückweiſung, die Magda⸗ lene ſeitens ihres Vaters je erfahren hatte. Sie ſah ihn mit einer ungläubigen Ueberraſchung an, die unter weni⸗ ger ernſten Umſtänden ohne Widerrede arg verlegen aus⸗ geſehen haben würde.
Weiter wurde Nichts geſprochen. Zum erſten Male vielleicht in ihrem Leben ſaß die Familie um den Früh⸗ ſtückstiſch in peinlichem Stillſchweigen. Mr. Vanſtones geſunder Morgenappetit war vergangen, ebenſo ſeine ge⸗ ſunde Morgenlaune. Er brach zerſtreut ein paar Biſſen vom trocknen Röſtbrode ab aus dem Körbchen neben ſich, trank zerſtreut ſeine erſte Taſſe Thee aus, verlangte dann eine zweite, die er aber unberührt vor ſich ſtehen ließ.
— Nora, ſagte er nach einer Pauſe, Du brauchſt nicht auf mich zu warten. Magdalene, meine Liebe, Du kannſt gehen, wenn Du willſſt.
Seine Töchter erhoben ſich augenblicklich, und Miſs Garth folgte bedächtig ihrem Beiſpiele. Wenn ein Mann von leichter Gemüthsart ſich in ſeiner Familie doch einmal geltend macht, ſo thut die Seltenheit der Kundgebung unfehlbar ihre Wirkung, und der Wille des ſonſt ſo leicht⸗ gemuthen Mannes iſt Geſetz.
— Was muß denn vorgefallen ſein? wisperte Nora, als ſie die Thür des Frühſtückzimmers hinter ſich hatten und über die Flur gingen.
— Was hat nur Papa vor, daß er ſo bös mit mir iſt? rief Magdalene, die nur über ihre eigene eben erfahrene Kränkung aufgeregt war.
— Darf ich wohl erfahren, was Sie für ein Recht


