Teil eines Werkes 
2. Bd. (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

treten, anbete. In letzterem Falle ſei noch Etwas von der Zeit zu hoffen, wie geringe dieſe Hoffnung auch ſei

im erſteren, wie ſie ſelbſt geſagt, gab es gar keine

mehr für ſie.

Ich antwortete ihm, mehr, weil ich eine Frauenzunge habe, als weil ich irgend etwas Ueberzeugendes zu ſagen hatte. Es war nur zu klar, daß Laura's Verfahren von geſtern ihm einen Vortheil offen gelaſſen, falls er ihn be⸗ nutzen wollte, und daß er ihn in der That benutzte. Ich fühlte dies damals und fühle es noch in dieſem Augenblicke, wo ich auf meinem Zimmer dieſe Zeilen ſchreibe. Die einzige Hoffnung, die mir noch bleibt, iſt die, daß ſeine Beweggründe wirklich, wie er es betheuert, aus der unwi⸗ derſtehlichen Stärke ſeiner Zuneigung zu Laura entſpringen.

Ehe ich mein Tagebuch für heute Abend ſchließe, muß ich berichten, daß ich heute in des armen Hartright's Intereſſe an zwei alte Bekannte meiner Mutter in Lon⸗ don ſchrieb, beide Männer in hoher Stellung und denen viel Einfluß zu Gebote ſteht. Wenn ſie irgend Etwas für ihn thun können, ſo bin ich überzeugt, daß ſie mir's nicht verweigern werden. Laura ausgenommen, war ich nie ſo beſorgt um irgend Jemanden, als ich es jetzt um Walter bin. Alles, was ſich zugetragen, ſeitdem er uns verlaſſen, hat meine große Achtung und Theilnahme für ihn nur noch vergrößert. Ich hoffe, daß ich recht thue, indem ich ihm Beſchäftigung im Auslande zu verſchaffen ſuche, ich hoffe ernſtlich und von ganzem Herzen, daß es gut enden möge.

Den 10. November. Sir Percival hatte eine Unter⸗ redung mit Mr. Fairlie, und ich wurde dazu geladen.