Ich fand Mr. Fairlie's Gemüth außerordentlich er⸗ leichtert durch die Ausſicht, daß das„Familienärgerniß“ (wie er die Vermählung ſeiner Nichte zu benennen beliebt) endlich beigelegt werden ſoll. Bis dahin fühlte ich mich nicht berufen, ihn irgend Etwas von meiner Anſicht zu ſagen; als er aber auf ſeine allerwiderwärtigſte, ſchmach⸗ tende Manier zunächſt uns vorſchlug, jetzt auch, Sir Per⸗ cival's Wünſchen gemäß, den Zeitpunkt der Heirath zu be⸗ ſtimmen, verſchaffte ich mir den Genuß, Mr. Fairlie's Nerven mit einem ſo kräftigen Proteſte, daß man Laura nimmer drängen dürfe, zu beſtürmen, wie ich ihn nur durch Worte ausdrücken konnte. Sir Percival verſicherte mich augenblicklich, daß er die Richtigkeit meines Einwurfes fühle, und bat mich zu glauben, daß der Vorſchlag nicht auf ſein Erſuchen gemacht worden. Mr. Fairlie lehnte ſich in ſeinen Seſſel zurück, ſchloß ſeine Augen, erklärte, daß wir Beide der menſchlichen Natur Ehre machten, und wiederholte ſeinen Vorſchlag dann ſo trocken, als ob weder Sir Percival, noch ich ein Wort dagegen geſagt hätten. Die Sache endete damit, daß ich es platterdings ausſchlug, der Sache gegen Laura zu erwähnen, falls ſie nicht von ſelbſt davon anfinge; und nach dieſer Erklärung verließ ich ſofort das Zimmer. Sir Percival ſah ernſtlich verlegen und betrübt aus. Mr. Fairlie ſtreckte ſeine trägen Beine auf ſeinem Sammetſchemel aus und ſagte:„Dieſe liebe Marianne! wie ſehr ich Dich um Dein derbes Nerven⸗ ſyſtem beneide: Bitte, ſchlage die Thür nicht zu!“
Als ich nach Laura's Zimmer ging, hörte ich, daß ſie nach mir gefragt, und Mrs. Veſey ihr geſagt hatte, ich ſei bei Mr. Fairlie. Sie frug mich ſogleich, was man von


