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unwürdigen Verdachtes, daß er wohl gar darauf ſpekulire, daß ich aus eignem Antriebe gerade jene Fragen beant⸗ worten werde, über die er ſich den Anſchein ſo vollkomme⸗ ner Gleichgültigkeit gegeben, ſo bewußt— daß ich aller ferneren Erwähnung dieſes Gegenſtandes wie mit Ver⸗ wirrung auswich. Zugleich aber war ich entſchloſſen, jede, auch die kleinſte Gelegenheit zu einem Verſuche zu benutzen, Laura's Sache zu führen; und ich geſtand ihm geradezu, daß ich bedauere, daß ſeine Großmuth ihn nicht noch einen Schritt weiter geführt und bewogen habe, ganz von dem Verlöbniſſe zurückzutreten.
Aber auch hier entwaffnete er mich dadurch, daß er ſich nicht zu vertheidigen ſuchte. Er bitte mich nur, den Unterſchied zu bedenken, der darin liege, daß er Miß Fairlie geſtatte, ihn aufzugeben, was eine Sache bloſer Unterwerfung ſei, und darin, daß er ſich zwinge, Miß Fairlie aufzugeben, wodurch man mit anderen Worten von ihm verlange, Selbſtmord an ſeinen eignen Hoffnun⸗ gen zu begehen. Ihr Betragen am geſtrigen Tage habe die unveränderliche Liebe und Bewunderung, die er ſeit zwei langen Jahren für ſie gehegt, ſo befeſtigt, daß ein thätiger Kampf von ſeiner Seite gegen dieſe Gefühle hin⸗ fort nicht mehr in ſeiner Macht ſei. Ich möge ihn für ſchwach, ſelbſtſüchtig und gefühllos gegen gerade dasjenige Weib halten, das er anbete, und er müſſe meine Meinung, ſo gut es ihm möglich ſei, ertragen; doch bitte er mich zu gleicher Zeit, zu ermägen, ob die Zukunft eines un⸗ verheiratheten Weibes, das unter einer unglücklichen Nei⸗ gung hinſiechte, eine frohere Ausſicht biete, als die einer Frau, deren Mann ſchon den Boden, den ihre Füße be⸗


