Teil eines Werkes 
2. Bd. (1862)
Entstehung
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kommen den unſchätzbaren Werth eines reinen, wahren Weibes verſtand. Ihr edles Benehmen war der verborgene Feind all der Hoffnungen geweſen, welche ſie darauf ge⸗ baut hatte. Ich hatte dies von Anfang an befürchtet. Ich wollte es verhindert haben, wenn ſie mir nur die kleinſte Gelegenheit dazu gelaſſen hätte. Ich wartete und lauerte ſelbſt jetzt noch, da das Unglück geſchehen war, auf ein Wort von Sir Percival, das mir die Gelegen⸗ heit liefern würde, ihm unrecht zu geben.

Sie haben es mir überlaſſen, Sie aufzugeben, Miß Fairlie, fuhr er fort.Ich bin nicht herzlos genug, um einem Weibe zu entſagen, in der ich ſoeben die Edelſte ihres Geſchlechts erkannt habe.

Er ſprach mit ſolcher Wärme, ſolchem Gefühle, ſolch leidenſchaftlicher Begeiſterung und dennoch ſo vollkomme⸗ nem Zartgefühle, daß ſie aufblickte, leicht erröthete und ihn mit plötzlicher Lebhaftigkeit anſah.

Nein! ſagte ſie feſt.Die Beklagenswertheſte ihres Geſchlechts, wenn ſie ſich ſelbſt geben muß, wo ſie nicht ihr Herz geben kann.

Iſt es nicht möglich, daß ſie es noch inz Zukunft gibt, fragte er,wenn ihres Mannes ganzes Streben dahin geht, es zu verdienen?

Niemals! entgegnete ſie.Wenn Sieldarauf beſtehen, unſer Verlöbniß anzuerkennen, Sir Percival, ſo mag ich Ihr treues und ergebenes Weib werden aber Ihr lie⸗ bendes Weib falls ich mein eigenes Herz kenne nie!

Sie ſah ſo unwiderſtehlich ſchön aus, als ſie dieſe muthigen Worte ſprach, daß kein Mann von der Welt ſein

Herz hätte gegen ſie ſtählen können. Ich verſuchte mit aller

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