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eine Frau für einen Mann hegen ſollte. Als ich mich Ihnen verſprach, hatte ich eine ſolche Zuneigung zu ver⸗ geben, wenn ich es konnte, und ſie blieb Ihnen zu ge⸗ winnen, falls es Ihnen gelingen ſollte. Wollen Sie mir vergeben und Nachſicht mit mir haben, Sir Percival, wenn Ich Ihnen ſage, daß dies nicht länger der Fall iſt?“
Ihre Augen füllten ſich und einige wenige Thränen rannen langſam über ihre Wangen, als ſie ſchwieg und ſeiner Antwort harrte. Er ſprach kein Wort. Zu Anfange ihrer Erwiderung hatte er die Hand, auf welche er den Kopf ſtützte, ſo gelegt, daß ſie uns ſein Geſicht verbarg. Ich ſah nichts, als den obern Theil ſeiner Geſtalt am Tiſche. Die Finger der Hand, welche ſeinen Kopf ſtützte, faßten tief in ſein Haar, aber es war kein Zittern bemerk⸗ bar an ihnen. Es war da nichts, durchaus gar nichts, das uns das Geheimniß ſeiner Gedanken in dieſem Augen⸗ blicke hätte verrathen können— in dieſem Augenblicke, welcher die Kriſis ſeines Lebens und des ihrigen bildete. Ich war entſchloſſen, ihn um Laura's Willen zu einer Erklärung zu zwingen.
„Sir Percival!“ rief ich mit Strenge,„haben Sie gar nichts zu ſagen, wenn meine Schweſter ſo viel ge⸗ ſagt hat? Mehr, meiner Anſicht nach,“ fügte ich hinzu, indem meine unglückſelige Heftigkeit ſich wieder meiner bemeiſterte,„mehr, als irgend ein Mann in Ihrer Lage das Recht hat, von ihr zu hören.“
Dieſe letzte unüberlegte Rede öffnete ihm einen Weg, auf dem er mir ausweichen konnte, falls er es wünſchte, und er zog augenblicklich Vortheil daraus.
„Verzeihen Sie, Miß Halcombe,“ ſagte er, noch


