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Einfluß und Rath mich beſtimmt hatten, Ihnen mein Berſprechen zu geben. Ich ließ mich von meinem Vater leiten, weil ich in ihm immer den treueſten aller Rathgeber, den beſten und zärtlichſten Beſchützer und Freund gefun⸗ den hatte. Ich habe ihn verloren und kann nur noch ſein Andenken lieben; aber mein Vertrauen zu dem lieben, todten Freunde hat noch nie gewankt. Ich glaube noch in dieſem Augenblicke ſo feſt, wie je vorher, daß er wußte, was am beſten für mich fei, und daß ſeine Hoffnungen und Wünſche auch die meinigen ſein ſollten.“
Ihre Stimme bebte zum erſtenmale, ihre unruhigen Finger ſtahlen ſich in meinen Schooß und klammerten ſich in eine meiner Hände. Es trat eine augenblickliche Pauſe ein und dann ſprach Sir Percival.
„Darf ich fragen,“ ſagte er,„ob ich mich jemals des Ver⸗ trauens unwürdig bewieſen, deſſen Beſitz ich mir bisher zur größten Ehre und zum größten Glücke angerechnet habe?“
„Ich habe in Ihrem Betragen nichts entdeckt, das ich tadeln könnte,“ entgegnete ſie.„Sie ſind mir immer mit gleichem Zartgefühl und gleicher Nachſicht begegnet. Sie haben mein Vertrauen verdient, und, was bei mir von weit größerer Wichtigkeit iſt, Sie haben meines Vaters Vertrauen, aus welchem das meinige entſtand, verdient. Sie haben mir keine Urſache gegeben, ſelbſt wenn ich einer ſolchen bedurfte, um meine Freilaſſung fordern zu dürfen. Was ich bisjetzt geſagt, habe ich in dem Wunſche geſprochen, meine ganze Verpflichtung Ihnen gegenüber anzuerkennen. Meine Achtung für dieſe Verpflichtung, für meines Vaters Andenken und für mein eigenes Verſprechen verbietet mir, meinerſeits das Beiſpiel zu geben, von


