Teil eines Werkes 
2. Bd. (1862)
Entstehung
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freigeben laſſen, wenn er will, nicht, weil ich ihn darum bitte, ſondern weil er Alles weiß.

Was willſt Du mit«Alles) ſagen, Laura? Sir Percival wird genug wiſſen(das hat er mir ſelbſt ge⸗ ſagt), wenn er weiß, daß die Verbindung gegen Deine Wünſche iſt.

Kann ich ihm das ſagen, wenn mein Vater ſie mit meiner Zuſtimmung einging? Ich hätte mein Verſprechen gehalten, nicht ſehr froh, wie ich fürchte, aber doch zufrie⸗ den ſie ſchwieg, wandte ihr Geſicht mir zu und legte ihre Wange wieder feſt an die meinige,ich hätte mein Verſprechen gehalten, Marianne, wenn in meinem Herzen nicht eine andere Liebe aufgewachſen wäre, die nicht da war, als ich verſprach, Sir Percival zu heirathen.

Laura! Du wirſt Dich doch nicht ſo erniedrigen, ihm ein Bekenntniß zu machen?

Ich würde mich in der That erniedrigen, wenn ich meine Freiheit von ihm erhielte, indem ich ihm das vor⸗ enthalte, was er ein Recht zu wiſſen hat.

Er hat nicht den Schatten eines Rechtes darauf, es zu wiſſen! 3

Falſch, Marianne, falſch! Ich ſollte Niemanden täu⸗ ſchen am allerwenigſten aber den Mann, dem mich mein Vater, dem ich ſelbſt mich gab. Sie küßte mich.Meine herzige Schweſter, ſagte ſie leiſe,Du haſt mich ſo viel zu lieb, biſt ſo viel zu ſtolz für mich, daß Du in meinem Falle vergiſſeſt, was Du in dem Deinigen wohl bedenken würdeſt. Lieber ſoll Sir Percival meine Beweggründe bezweifeln und mein Betragen mißdeuten, wenn er will, als daß ich erſt in Gedanken falſch gegen ihn wäre und