Teil eines Werkes 
2. Bd. (1862)
Entstehung
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in ihrer Hand. Ich nahm es ſanft, aber feſt von ihr und legte es auf einen Seitentiſch, wo ſie es nicht ſah.

Sage mir ruhig, was Du zu thun wünſcheſt, mein Herz, ſprach ich.Hat Mr. Gilmore Dir Rath er⸗ theilt?

Sie ſchüttelte das Haupt.Nein, nicht über das, woran ich jetzt denke. Er war ſehr freundlich und gut gegen mich, Marianne und ich ſchäme mich, ſagen zu müſſen, daß ich ihn durch Thränen betrübte. Ich bin ſo hülflos; ich kann mich nicht beherrſchen. Um meiner ſelbſt willen und um unſer Aller willen, muß ich Muth genug haben, es zu enden.

Meinſt Du, Muth genug, um Deine Freilaſſung zu fordern? fragte ich.

Nein, ſagte ſie einfach,Muth, Liebe, um die Wahr⸗ heit zu ſagen.

Sie ſchlang ihre Arme um meinen Nacken und legte ihr Haupt ruhig auf meine Bruſt. An der gegenüber⸗ liegenden Wand hing das Miniaturgemälde ihres Vaters. Ich beugte mich über ſie herab und ſah, daß ſie es anſchaute, während ihr Kopf an meiner Bruſt ruhte.

Ich kann niemals meine Freilaſſung fordern, fuhr ſie fort.Wie es auch immer enden mag, für mich muß es traurig enden. Alles, was ich thun kann, Marianne, iſt, mein Elend nicht noch durch das Bewußtſein, mein Verſprechen gebrochen und meines ſterbenden Vaters letzte Worte vergeſſen zu haben, zu vergrößern.

Was beabſichtigſt Du da zu thun? fragte ich.

Sir Percival, mit meinen eigenen Lippen von der Wahrheit zu unterrichten, entgegnete ſie, und ihn mich 1*