geworden. Ich hätte wiſſen ſollen, daß das Zartgefühl, Chrgefühl und die Selbſtverleugnung, durch welche mir der arme Hartright ſo werth wurde und die mich ihn ſo aufrichtig achten und bewundern ließen, gerade die Eigen⸗ waſn waren, die den unwiderſtehlichſten Eindruck auf Laura's fühlendes Gemüth und edle, natürliche Großmuth machen mußten. Und doch ahnte ich nicht, daß dies neue Gefühl ſo tief in ihrem Herzen Wurzel geſchlagen habe, bis ſie von ſelbſt ihr Herz gegen mich öffnete. Ich glaubte erſt, daß Zeit und Sorge es verwiſchen werde. Jetzt aber fürchte ich, daß es in ihr leben und ſie auf immer verändern wird. Die Entdeckung, daß ich einen ſolchen Fehler in meinem Urtheile gemacht, macht mich in allem Andern zaghaft. Ich bin angeſichts der klarſten Beweiſe zaghaft in Bezug auf Sir Percival. Ich bin ſogar zaghaft, mit Laura zu ſprechen. Dieſen Morgen noch war ich, als ich ſchon die Hand auf der Thürklinke hatte, zweifelhaft, ob ich die Fragen, die ich an ſie zu richten gekommen war, thun ſolle oder nicht.
Als ich in ihr Zimmer trat, ging ſie in großer Ungeduld auf und ab. Sie ſah erhitzt und aufgeregt aus und kam mir ſogleich entgegen und ſprach, ehe ich noch die Lippen öffnen konnte.
„Ich habe gewünſcht, daß Du kämſt,“ ſagte ſie.„Komm, und ſetze Dich zu mir aufs Sopha. Marianne! ich kann dies nicht länger ertragen— ich muß und will es enden.“
Es war zu viel Farbe in ihren Wangen, zu viel Energie in ihrem Benehmen, zu viel Feſtigkeit in ihrer Stimme.
Das kteine Heft mit Hartright's Zeichnungen, das unglück⸗
elige Heft, über dem ſie träumt, wenn ſie allein iſt— war ge H


