Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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Nehmen Sie meine Hand, Onkel Joſeph, ſagte ſie, indem ſie ihn ſanft an der Schulter berührte.Nehmen Sie meine Hand und laſſen Sie uns miteinander nach Hauſe zurückkehren.

Er erhob ſich, während ſie noch ſprach, und ſah ſie zweifelhaft an. Die Spieluhr lag in ihrem abgenutzten Lederfutteral auf dem Grabe nahe an der Stelle, wo er gekniet hatte. Roſamunde hob ſie vom Graſe auf und hing ſie ihm um, wie er ſie ſtets zu tragen pflegte, wenn er auf der Reiſe war. Er ſeufzte ein wenig, in⸗ dem er Roſamunden dankte.

Mozart kann nun nicht mehr ſingen, ſagte er.Er hat nun ſein Lied der letzten aller meiner theuern An⸗ gehörigen vorgeſungen.,

Sagen Sie nicht der letzten, entgegnete Roſamunde, ſagen Sie nicht der letzten, Onkel Joſeph, ſo lange ich noch lebe. Wird Mozart um meiner Mutter willen nicht auch mir vorſingen?

Ein Lächeln das erſte, welches ſie ſeit der Zeit ihrer Trauer geſehen umſpielte zitternd ſeine Lippen.

Das iſt ein Troſt, ſagte er;ja fürwahr, es iſt ein Troſt für Onkel Joſeph, das zu hören.

Faſſen Sie meine Hand, wiederholte ſie in ſanf⸗ tem Tone;kommen Sie nun mit uns nach Hauſe.

Er blickte ſehnſüchtig auf das Grab herab.

Ja, ich will Ihnen folgen, wenn Sie mir immer nach dem Thore vorangehen wollen

Roſamunde faßte den Arm ihres Gatten und führte ihn nach dem Wege, der aus dem Kirchhof hinausführte. Als beide nicht mehr ſichtbar waren, kniete Onkel