Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Joſeph wiederum am Fuße des Grabes nieder und drückte ſeine Lippen auf den friſchen Raſen.

Leb wohl, mein Kind, flüſterte er und legte ſeine Wange einen Augenblick auf das Gras, ehe er ſich wie⸗ der erhob.

Am Thore ſtand Roſamunde und wartete auf ihn. Ihre rechte Hand ruhte auf dem Arm ihres Gatten; ihre linke Hand ſtreckte ſie nach Onkel Joſeph aus.

Wie kühl die Luft iſt, ſagte Leonard.Wie an⸗ genehm klingt das Rauſchen des Meeres! In der That, es iſt heut ein ſchöner Sommertag.

Der herrlichſte und freundlichſte des ganzen Jahres, ſagte Roſamunde.Die einzigen Wolken am Himmel ſind glänzend und weiß; die einzigen Schatten auf dem Moor liegen leicht wie Eiderdaunen auf dem Heidekraut. Die Sonne ſtrahlt in ihrer goldenen Pracht und das Meer wirft ihr Bild aus ſeiner blauen Tiefe zurück. O, Lenny, wie ein ganz anderer Tag iſt es als jener ſchwüle, drückende und nebelige, wo wir den Brief in dem Myrthenzimmer fanden! Selbſt der ſchwarze Thurm unſeres alten Hauſes da drüben gewinnt neue Schönheit in der hellen Luft und ſcheint ſich mit ſeiner ſchönſten Erſcheinung angethan zu haben, um uns bei dem Beginn eines neuen Lebens willkommen zu heißen. Ich will es für Dich und Onkel Joſeph, wenn ich kann, zu einem glücklichen Leben machen ſo glücklich wie der Sonnen⸗ ſchein, in welchem wir jetzt alle drei wandeln. Du ſollſt, ſo viel an mir liegt, Geliebter, niemals bereuen, eine Frau geheirathet zu haben, welche keinen perſönlichen Anſpruch auf die Ehre eines alten Familiennamens hat.