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offenbaren, weil ſie in ihrer Liebe und Treue gegen ihren Gatten lieber verlaſſen und verachtet ſterben, als ihn betrügend leben wollte. Alles dies würdeſt Du wiſſen, und Du würdeſt der Mutter Deines Kindes, dem Weibe Deiner erſten Liebe die Arme öffnen, ob⸗ ſchon ſie vor den Augen der Welt die niedrigſte aller Niedriggeborenen wäre. Ja, das würdeſt Du thun, Lenny— ich weiß, Du würdeſt es thun.“
„Roſamunde, wie Deine Hände zittern! wie Deine Stimme ſich verändert! Du regſt Dich wegen dieſer von Dir erdichteten Geſchichte auf, als ob Du von wirklichen Ereigniſſen ſprächſt.“
„Du würdeſt ſie an Dein Herz ſchließen, nicht wahr, Lenny? Du würdeſt ihr ohne einen Augenblick unwür⸗ digen Zweifels die Arme öffnen?“
„Still! ſtill! Ja, ich hoffe, ich würde es thun.“
„Du hoffſt es! Du hoffſt es blos? O, denke noch ein Mal darüber nach; überlege es Dir noch ein Mal und ſage, daß Du weißt, Du würdeſt es thun.“
„Muß ich, Roſamunde? Nun gut, dann ſage ich es hiermit.“
Sie trat, ſobald er dieſe Worte geſprochen, von ihm zurück und nahm den Brief vom Tiſche.
„Du haſt mich noch nicht aufgefordert, Lenny, Dir den Brief vorzuleſen, den ich in dem Myrthenzimmer gefunden. Jetzt erbiete ich mich aus freiem Antriebe, dies zu thun.“
Sie zitterte ein wenig, als ſie dieſe wenigen, ent⸗
ſcheidenden Worte ſprach, aber ſie ſagte ſie klar und
deutlich, als ob ihr Bewußtſein, daß ſie nun unwider⸗


