Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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Sie trat dicht an ihn heran und wickelte ſein Haar lieb⸗ koſend um ihre Finger.

Wie würdeſt Du ſie ſchließen, Geliebter? wieder⸗ holte ſie, indem ſie ſich bückte, bis ihre zitternden Lippen gerade ſeine Stirn berührten.

Er rückte unruhig in ſeinem Stuhle hin und her und antwortete:

Ich bin kein Romanſchreiber, Roſamunde.

Aber wie würdeſt Du handeln, Lenny, wenn Du dieſer Mann wäreſt?

Das iſt für mich ſchwer zu ſagen, antwortete er.Ich beſitze nicht Deine lebhafte Einbildungskraft, liebe Roſamunde ich beſitze nicht die Fähigkeit, mich ſofort in eine Stellung zu verſetzen, die nicht die meinige iſt, um zu wiſſen, wie ich in derſelben han⸗ deln würde.

Aber geſetzt, Dein Weib wäre dicht bei Dir ſo dicht wie ich jetzt. Geſetzt, ſie hätte Dir das furcht⸗ bare Geheimniß offenbart und ſtünde vor Dir ſo wie ich jetzt ſtehe und das Glück ihres ganzen künf⸗ tigen Lebens hinge von einem einzigen Worte Deiner Lippen ab? O, Lenny, Du würdeſt ſie nicht mit ge⸗ brochenem Herzen zu Deinen Füßen niederſinken laſſen, nicht wahr nicht? Du wirdeſt wiſſen, möchte ihre Geburt ſein welche ſie wollte, daß ſie noch dieſelbe wäre, welche Dich ſeit dem Tage ihrer Vermählung geliebt und verehrt, und welche dagegen nichts verlangt hätte, als ihr Haupt an Deine Bruſt zu legen und zu hören, daß Du ſie liebſt. Du würdeſt wiſſen, daß ſie den Muth gehabt, das verhängnißvolle Geheimniß zu