Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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mit ihrer eigentlichen Geſchichte. Die plötzliche Ent⸗ hüllung der Wahrheit ſchmettert ſie zu Boden ſie ſieht ſich von einem Unheil ereilt, an welchem ſie keine Schuld hat. Sie wird durch die Entdeckung zermalmt, zerſchmettert und faſt dem Wahnſinne nahe gebracht. Die Entdeckung bricht über ſie herein, während ſie keine Stütze hat, als ſich ſelbſt. Es ſteht in ihrer Macht, ſie vollkommen ungeſtraft vor ihrem Gatten geheim zu halten; ſie fühlt ſich in einem Augenblick furchtbarer Verſuchung gleich andern ſchwachen Sterblichen erſchüt⸗ tert und nahe daran, dieſe Verheimlichung zu begehen; aber ſie überwindet dieſe Verſuchung und ſagt, nur auf Antrieb ihres eigenen freien Willens, ihrem Gatten Alles, was ſie ſelbſt weiß. Nun, Lenny, wie nennſt Du dieſes Weib. Immer noch eine Betrügerin?

Nein, ein Opfer.

Welches freiwillig zum Opfertode geht? und welches auch geopfert werden muß?

Das habe ich nicht geſagt.

Was würdeſt Du mit ihr machen, Lenny, wenn Du ihre Geſchichte ſchriebeſt? Ich meine, wie würdeſt Du ihren Gatten ſich gegen ſie benehmen laſſen? Es iſt dies eine Frage, bei welcher die Natur des Mannes ins Spiel kommt und eine Frau iſt daher nicht befähigt, darüber zu entſcheiden. Ich weiß deshalb auch nicht, wie ich die Geſchichte ſchließen ſoll. Wie würdeſt Du ſie ſchließen, Geliebter?

Bei dieſen letzten Worten ſank ihre Stimme weh⸗ müthig zu ihrem ſanfteſten, bittendſten Tone herab.